Subunternehmer oder Festanstellung: Was sich für Handwerksbetriebe wirklich lohnt
Subunternehmer vs. Festanstellung: Konkrete Kostenvergleiche und Handlungsschritte für deine Personalentscheidung. Mit echten Zahlen.
Veröffentlicht am 2026-06-03
Das Blöde: Es gibt keine pauschale Antwort. Aber es gibt konkrete Zahlen, mit denen du die richtige Entscheidung für deinen Betrieb triffst.
Die echten Kosten einer Festanstellung – nicht das, was du denkst
Lass mich ehrlich sein: Viele Betriebsinhaber rechnen nur das Brutto-Gehalt zusammen und denken, das wars. Das ist Unsinn.
Eine vollzeitangestellte Fachkraft kostet dich im Durchschnitt in Deutschland etwa 35-40% mehr als das gezahlte Gehalt. Warum?
- Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung: ca. 20%
- Berufsgenossenschaft und Unfallversicherung: 3-6% (je nach Handwerk)
- Urlaubsanspruch (30 Tage): ca. 6-7% des Jahresbudgets
- Krankheitsausfallrisiko: durchschnittlich 12-15 Tage/Jahr
- Fortbildung und Weiterbildung: 2-4% des Jahresbudgets (wenn du es richtig machst)
- Arbeitsmittel, Fahrzeugnutzung, Verwaltungsaufwand: ca. 5-8%
- 2.800 Euro Gehalt
- + 560 Euro Arbeitgeberanteil (20%)
- + 140 Euro BG/Versicherung
- + 350 Euro Urlaub
- + 250 Euro Krankheit
- + 150 Euro Fortbildung/Verwaltung
- = ca. 4.250 Euro monatlich (50 Monate/Jahr gerechnet = 212.500 Euro/Jahr)
Was kostet dir ein Subunternehmer wirklich?
Hier wird es interessant. Ein freier Elektriker rechnet dir typischerweise einen Stundensatz von 45-65 Euro (je nach Region und Spezialisierung) – oder er rechnet direkt pro Auftrag ab.
Die Vorteile liegen auf der Hand:
- Du zahlst nur für tatsächlich geleistete Stunden
- Keine Lohnnebenkosten, keine Sozialversicherung, keine BG
- Keine Bezahlung bei Krankheit oder Urlaub
- Flexibilität: Viel Arbeit? Mehr Subunternehmer buchen. Wenig Arbeit? Du sparst.
Ein guter Subunternehmer braucht:
- Einarbeitungszeit (ca. 10-15% Produktivitätsverlust beim ersten Projekt)
- Abstimmungsaufwand (deine Zeit kostet auch etwas)
- Mögliche Nacharbeiten (wenn der Fit nicht passt)
- Qualitätskontrolle (du trägst die Verantwortung)
Wann lohnt sich welche Lösung? Die 3 entscheidenden Faktoren
1. Auslastung: Hast du durchgehend Arbeit für eine volle Stelle?
Du brauchst einen Subunternehmer, wenn:
- Deine Auftragslage schwankt (unter 70% konstante Auslastung)
- Du Spitzen abfedern möchtest, ohne fest zu zahlen
- Du spezielle Skills nur für einzelne Projekte brauchst
- Du mindestens 85% Auslastung das ganze Jahr hast
- Du strategisch wachsen willst und jemanden brauchst, der mitdenkt
- Der Handwerksteil nur 60-70% der Zeit ausmacht – der Rest ist Beratung, Kundenkommunikation, Qualitätssicherung
Ist diese Person dein Verkaufsargument? Bist du von ihrer Reputation abhängig? Dann: Festanstellung. Du brauchst Loyalität und Kontinuität.
Brauchst du "eine Fachkraft" – egal welche? Dann: Subunternehmer. Austauschbarkeit ist dein Vorteil.
3. Unternehmenskultur: Willst du ein echtes Team?
Das ist der emotionale, aber wichtige Faktor. Mit Festangestellten baust du ein Team. Das kostet mehr, aber:
- Qualität steigt über Zeit (der Mitarbeiter kennt deine Standards)
- Mitarbeiter werben andere an
- Du hast weniger Fluktuation
- Du kannst langfristig planen
Die 5-Schritte-Entscheidungshilfe für dich
Schritt 1: Analyse deine letzten 12 Monate Auftragslage
- Wieviel Arbeit hättest du für eine Vollzeitstelle gehabt?
- War es konstant oder schwankend?
- Nutze die 1,35-1,40er-Quote für Festanstellung
- Nutze die 1,5er-Quote für Subunternehmer
- Verdienst du mit den zusätzlichen Ressourcen mehr?
- Oder verschlechtert sich deine Marge?
- Soll die Person nur ausführen oder auch mitdenken?
- Soll sie Kunden akquirieren oder nur abarbeiten?
- Keine Entscheidung muss für ewig sein
- Probier einen Subunternehmer 2-3 Monate
- Dann kannst du immer noch zur Festanstellung wechseln
Die unbequeme Wahrheit
Viele Betriebe treffen diese Entscheidung emotional, nicht rational. "Ich will ein Team haben" – schön. Aber wenn die Auftragslage es nicht hergibt, sparst du dir damit nur Stress.
Andersherum: Manche Chefs sparen um jeden Preis und wundern sich, warum ihre Qualität sinkt und Kunden abwandern. Mit Subunternehmern verlierst du Kontrolle.
Die richtige Antwort ist: Misch es. Dein Kern-Team in Festanstellung (die, die wirklich unverzichtbar sind), und Subunternehmer für Spitzen und Spezialprojekte.
Das ist nicht nur billiger – es ist auch flexibler.
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Jetzt zur ehrlichen Frage: Wenn du nicht weißt, ob deine Auftragslage überhaupt für mehr Personal reicht – dann ist das erste Problem nicht die Personalie, sondern deine Sichtbarkeit online.
Viele Handwerksbetriebe könnten 20-30% mehr Aufträge verarbeiten – sie kriegen sie nur nicht. Das ist leicht zu beheben.
Bei [handwerk-wird-gefunden.de](https://www.handwerk-wird-gefunden.de) helfen wir dir, mehr Anfragen zu kriegen. Dann stellt sich die Frage nach Festanstellung oder Subunternehmer gar nicht – weil du die Antwort brauchst.
Schreib uns eine kurze Nachricht oder ruf an. Wir schauen, wo deine echten Hebel sind.
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