Bing Places für Handwerker: Der unterschätzte Kanal
Bing Places für Handwerksbetriebe: Warum Sie diesen Kanal nutzen sollten und wie Sie Ihre Sichtbarkeit erhöhen – konkrete Anleitung für mehr Kundenanfragen.
Veröffentlicht am 2026-04-04
Bing Places für Handwerker: Der unterschätzte Kanal
Bing Places. Kaum ein Handwerksbetrieb in Deutschland setzt sich damit auseinander. Die meisten konzentrieren sich auf Google My Business und denken, damit ist die Arbeit erledigt. Das ist ein Fehler – und eine verpasste Chance, die Ihnen konkrete Kundenanfragen kostet.
Ich verstehe den Gedanken: Google dominiert den Suchmarkt, Bing ist Nische. Aber eine profitable Nische. Und vor allem eine, in der Sie weniger Konkurrenz haben.
Warum Bing Places für Handwerker sinnvoll ist
Lassen Sie mich ehrlich sein: Bing hat in Deutschland einen Marktanteil von etwa 3-5 Prozent bei den Suchanfragen. Aber es gibt mehrere gute Gründe, warum Sie trotzdem nicht ignorieren sollten:
Ältere, zahlungskräftige Nutzer. Bing-Nutzer in Deutschland sind statistisch älter als Google-Nutzer. Das bedeutet: weniger Preis-Vergleicher, mehr Menschen, die direkt anrufen wollen. Wer ein neues Dach braucht oder eine Heizung austauschen muss, zögert nicht lange.
Windows-Integration. Jeder Windows-Nutzer hat die Bing-Suche eingebaut. Viele verwenden sie, ohne es bewusst zu merken – über die Taskleiste, über Cortana-Suchen, über Edge-Suchen. Das sind potenzielle Kunden, die Sie erreichen.
Weniger Konkurrenz. Bei Google konkurrieren Sie mit hunderten von ähnlichen Betrieben in Ihrer Region. Bei Bing haben viele Ihrer lokalen Konkurrenten noch gar nichts eingerichtet. Sie haben einen echten Vorteil.
Weniger Algorithmus-Veränderungen. Google ändert seine Algorithmen monatlich. Bei Bing sind die Ranking-Faktoren stabiler. Wenn Sie heute Ihre Bing-Präsenz aufbauen, bleibt das langfristig relevant.
So richten Sie Bing Places richtig ein
Schritt 1: Anmelden und Verifizierung
Gehen Sie auf https://www.bingplaces.com und melden Sie sich mit Ihrem Microsoft-Konto an (falls Sie keins haben, erstellen Sie eines – kostenlos).
Hier der wichtige Punkt: Bing verlangt, dass Sie Ihre Adresse verifizieren. Das funktioniert per Post-Code oder Anruf. Ja, das ist aufwändiger als bei Google. Aber genau deshalb haben viele Konkurrenten das nicht gemacht.
Schritt 2: Vollständige Daten eintragen
Das ist nicht optional. Füllen Sie alles aus:
- Handwerkszweig und Spezialisierungen (z.B. "Dachdecker, Dachreparaturen, Flachdacharbeiten")
- Öffnungszeiten (seien Sie hier realistisch – falsche Zeiten kosten Kundenanrufe)
- Telefonnummer, Website, E-Mail
- Servicegebiete (das ist wichtig für Handwerker – definieren Sie genau, in welchen Orten Sie arbeiten)
- Zahlungsmethoden, die Sie akzeptieren
- Kurzbeschreibung Ihres Betriebs
Schritt 3: Fotos hochladen
Bing braucht visuelle Inhalte. Laden Sie mindestens 5-10 hochwertige Fotos hoch:
- Ihr Betrieb von außen
- Ihre Werkstatt oder Büro
- Aktuelle Projekte (anonymisiert, wenn nötig)
- Ihr Team bei der Arbeit
- Ein Foto von Ihnen selbst als Betriebsinhaber
Schritt 4: Kategorien und Attribute
Bing bietet auch Kategorien und Attribute. Nutzen Sie diese spezifisch:
- Wählen Sie alle zutreffenden Kategorien (nicht nur eine).
- Bei Handwerkern sind Attribute wie "Kundenparkplatz vorhanden", "Behindertenparkplatz", "Notfalleinsätze" relevant.
Die laufende Pflege
Bing ist kein Set-it-and-Forget-it-Kanal. Hier sind die wichtigsten Punkte:
Regelmäßig Beiträge posten. Ähnlich wie bei Google My Business können Sie bei Bing Updates veröffentlichen. Posten Sie alle 2-3 Wochen:
- Abgeschlossene Projekte
- Saisonale Angebote ("Jetzt Herbst-Wartung buchen")
- Tipps für Hausbesitzer
- Spezielle Aktion oder Rabatte
Konsistente Angaben. Ihre Adresse, Telefonnummer und Öffnungszeiten müssen überall (Google, Bing, Website) identisch sein. Jede Abweichung schadet dem Ranking.
Was bringt das praktisch?
Ein Dachdecker aus Hannover, mit dem wir zusammenarbeitet haben, richtete vor anderthalb Jahren sein Bing Places Profil ein. Überhaupt nicht aufwändig, 45 Minuten Arbeit.
Im ersten Monat: 0 Anfragen über Bing (erwartbar). Nach drei Monaten: 1-2 Anfragen pro Woche. Nach einem Jahr: 3-4 Anfragen pro Woche über Bing. Das sind etwa 200 potenzielle Kunden pro Jahr, die Sie sonst nicht erreichen würden.
Bei Dächern, Heizungen, Sanitär – alles mit hohem Auftragswert – macht das den Unterschied.
Die wichtigste Erkenntnis
Bing wird oft ignoriert, weil es klein wirkt. Aber genau das ist der Vorteil. Sie konkurrieren nicht gegen 500 andere Betriebe, sondern vielleicht gegen 20. Die Conversion Rate ist oft höher, weil die Nutzer bewusster suchen.
Und die Arbeit ist schnell erledigt. Anders als bei Google, wo SEO manchmal zur unendlichen Geschichte wird: Bei Bing können Sie in zwei Stunden ein vollständiges Profil aufbauen und sofort sichtbar sein.
Das ist kein Marketing-Trick oder Geheimtipp. Es ist schlicht eine vernachlässigte Goldmine.
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